Die Ausstellung mit Marion Albrecht, Martina Unterwelz und Ramadan Hussien von 21. Juli 2022 bis 06. August 2022

Für den österreichischen Künstler Helmut Swoboda spielt in seinem Schaffensprozess das Naturerlebnis eine zentrale Rolle. Es geht bei ihm um den Außenraum.

Wie ein Spaziergang (der Titel seiner letzten Ausstellung) ist ein Plädoyer für Langsamkeit, genaues Schauen, ein Sich einlassen und etwas wirken lassen, Perspektivenwechsel und letztlich für pure Malerei. So ist es auf der Homepage des Künstlers zu lesen

Der Künstler gibt uns sozusagen eine Anleitung, mit der Kunst umzugehen und gleichzeitig gibt er uns eine Anleitung, mit dem eigenen Leben umzugehen.

Helmut Swoboda orientiert sich in seiner Kunst an der Natur, umfängt mit seiner Malerei eine Stimmung und verwendet die Natur als Inspiration, um Kunst zu schaffen.

Was macht die Betrachterin, was macht der Betrachter ,wenn er einen Spaziergang durch die Bilder von Helmut beginnt? Es scheint ein vertrauter Raum zu sein ,aber je mehr man sich in ein Bild hinein begibt, umso mehr dringt man auch in eine vielschichtige Ungewissheit oder ein großes Geheimnis ein. Das ist eine Qualität, die nicht viele Künstler schaffen können. Ein gutes Bild ,so referierte einmal Peter Baum, ein gutes Bild ist ein Bild ,in dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Bei Helmut Swoboda ist das der Fall.

Das hängt möglicherweise mit seinem Malprozess zusammen. Den Malprozess stelle ich mir als große Geste und klares Vorgehen vor und doch muss es auch die kleine Geste geben, wenn man merkt, dass viele Details im Bild den Bildern Charakter verleihen. Das klare Vorgehen mag mit der Erfahrung des Künstlers zusammenhängen und gleichzeitig entdeckt man auch den suchenden Strich oder die fragende Linie.

Helmut Swoboda schlingert zwischen Landschaft und monochromer Malerei hin und her. Dabei geht es um einen Malprozess, der eine Realität und Wirklichkeit erzeugt, die uns an der Hand nimmt und bei einem Spaziergang in eine vertraute Welt führt, die doch neu ist. (nach Peter Weiermair)

Die spezifische und unverkennbare Erscheinung von Helmuts Bildern hängt sicher auch mit seinen Malmaterialien zusammen. Selbstgemachte Eitempera und Wachsemulsion auf Leinwand oder Holz.

Neben der Malerei widmet sich Helmut Swoboda auch der Zeichnung und der Fotografie, sowie dem Kuratieren.

SUMMER FEELINGS 1.0

Die Ausstellung mit Marion Albrecht (DE), Martina Unterwelz (AT) und Ramadan Hussien (SYR).

Wir alle tragen den Rucksack unserer Vorfahren mit uns, sagt eine liebe Bekannte von mir öfters, die dem Hochadel entstammt.

Niemand von uns beginnt im luftleeren Raum, wir alle bekommen von unseren Vorfahren Werte, Einstellungen, Glaubenssätze, Arbeitsweisen und vieles mehr mit auf den Weg.

Nicht nur das, wir sind auch geprägt von der Kultur und den Traditionen unserer Heimat- bzw. Herkunftsländer. Keine Künstler*in beginnt bei null, jeder baut darauf auf, was alle anderen vor ihm / ihr gemacht haben. Genauso wie jeder Künstler von der Tradition seiner prägenden Länder beeinflusst worden ist.

Anselm Kiefer verarbeitet in seinen monumentalen Werken die ganze Schwere der Geschichte Deutschlands. Marion Albrecht macht das auch, sie kann jedoch die ganze Bandbreite, bis hin zu ganz leichten, intensiv farbigen Werken.

Drei Künstler*innen aus drei Herkunftsländern, das ist der Spannungsbogen der Ausstellung „Summer Feelings 1.0“. Drei unterschiedliche Mentalitäten, Traditionen, Kulturen und Historien.

Ein Kunstwerk kann genau so wie ein Mensch in uns Gefühle auslösen. Und zwar die ganze Bandbreite an Gefühlen, von völliger Ablehnung bis zu totaler Anziehung. Das Werk an sich ist frei von Werten, es besteht aus Material wie Leinwand und Farbe. Die Beziehung zu bestimmten Werten und Einstellungen erfolgt dann bei der Betrachterin.

Als soziales Lebewesen brauchen wir die Nähe und den Austausch mit anderen Menschen. Ein Baby, das keine menschliche Nähe bekommt, stirbt, auch wenn es gut ernährt wird. Im Zusammensein mit anderen erkennen wir mitunter die Zufälligkeit unserer Stimmungen und können diese ändern. Auch ein Kunstwerk vermag es, unsere Stimmungen zu ändern, uns zu inspirieren und zu erfreuen.